Der Weg
zur Approbation
Beratung und Unterstützung

Weg zur Approbation

Um einen Heilberuf in Deutschland ausführen zu dürfen, bedarf es einer Approbation. Dabei handelt es sich um die stattliche Zulassung für die entsprechenden Berufsgruppen. Dieser Titel kann durch ein entsprechendes Berufsstudium erlangt werden. Teil der Ausbildung an der Universität sind auch verschiedene praktische Anwendungen und Pflichtpraktika. Die Vorschriften diesbezüglich werden in der Approbationsordnung für den jeweiligen Beruf geregelt.

Ausländische Abschlüsse können im Rahmen eines Approbationsverfahrens in Deutschland ebenfalls Anerkennung finden. Dabei wird zwischen Ausbildungen in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) und des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) sowie anderen Ländern (so genannten Drittländern) unterschieden.

Approbation als Arzt beantragen

Sie benötigen nach entsprechender Ausbildung eine Approbation oder eine befristete Berufserlaubnis, wenn Sie in Deutschland tätig sein möchten als :

  • Ärztin oder Arzt,
  • Zahnärztin oder Zahnarzt,
  • Apothekerin oder Apotheker,
  • Psychologische Psychotherapeutin oder Psychologischer Psychotherapeut beziehungsweise
  • Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut.

Die für eine Antragstellung erforderlichen Unterlagen sind im Original oder in beglaubigter Kopie vorzulegen. Eine Anrechnung von Weiterbildungszeiten aus dem Ausland erfolgt grundsätzlich erst nach Vorlage der entsprechenden Zeugnisse in deutscher Sprache (amtlich beglaubigte Übersetzung). Gegen Ende einer Tätigkeit im Ausland sollten Sie darauf achten, dass Ihnen ein Zeugnis ausgestellt wird. Dieses Zeugnis sollte folgendes enthalten:

  • Eine ausführliche Darstellung der jeweiligen Tätigkeiten
  • Angaben über die Weiterbildungsstätte in genügender Ausführlichkeit (z. B. Schwerpunkt der betreffenden Abteilung, Patientengut, Bettenzahl, Leistungsspektrum, ggf. Operationszahlen etc.)

Wie läuft das Anerkennungsverfahren ab?

Wurde das Medizinstudium außerhalb der EU, des EWR und der Schweiz absolviert, kann die Approbation beantragt werden. Nach der Antragstellung werden Sie aufgefordert zu erklären, ob Sie eine individuelle Überprüfung Ihres Ausbildungsstandes (Dokumentenprüfung) wünschen. Sie haben dann Gelegenheit ein personalisiertes Curriculum sowie detaillierte Nachweise über Berufserfahrung und Weiterbildung nachzureichen. Werden keine wesentlichen Unterschiede festgestellt, wird Ihnen die Approbation erteilt. Werden wesentliche Unterschiede festgestellt, die durch Berufserfahrung und lebenslanges Lernen nicht ausgeglichen werden können, ist für die Erteilung der Approbation das erfolgreiche Absolvieren der Kenntnisprüfung erforderlich. Die Ladung zur Kenntnisprüfung erfolgt im Rahmen des Approbationsverfahrens (i.d.R. 2-4 Wochen vor dem Prüfungstermin). Die Wartezeit für einen Prüfungstermin beträgt aktuell 1 bis 1,5 Jahre. Zur Anmeldung müssen Sie einen Antrag stellen.

Die Kenntnisprüfung besteht aus der Patientenvorstellung und der mündlich-praktischen Prüfung, die sich an den Inhalten der Staatsexamensprüfung orientiert. Sie umfasst Fragen zu den Fächern Innere Medizin und Chirurgie sowie ergänzend zu Notfallmedizin, Klinischer Pharmakologie/Pharmatherapie, bildgebenden Verfahren, Strahlenschutz und Rechtsfragen der ärztlichen Berufsausübung. Zur Vorbereitung auf die Kenntnisprüfung können Sie eine Berufserlaubnis beantragen. Diese kann auf eine bestimmte Arbeitsstelle erteilt werden. Hierfür benötigen Sie eine schriftliche Einstellungszusage eines Arbeitgebers. Nach bestandener Kenntnisprüfung wird die Approbation erteilt, wenn auch die übrigen Voraussetzungen erfüllt sind (persönliche Integrität, gesundheitliche Eignung).

Informationen zum Antrag

Einzureichende Dokumente
  • aktueller Lebenslauf mit Angaben zu Ausbildung und bisheriger Berufstätigkeit (Zeitabschnitte mit Monatsangaben ohne Zeitlücken, datiert und mit der Unterschrift des Antragstellenden).
  • Kopie eines Identitätsnachweises (Reisepass oder Personalausweis).
  • Kopie der Geburtsurkunde
  • bei Namensänderung: Nachweis der Namensänderung (z.B. Eheurkunde).
  • Bestätigung über den Wohnsitz im jeweiligen Bundesland (Meldebescheinigung) oder Bestätigung eines Arbeitgebers zur beabsichtigten Anstellung (Inaussichtstellung) oder Erklärung über die Absicht im jeweiligen Bundesland als Arzt/ Ärztin beruflich tätig zu sein (Absichtserklärung).
  • amtliches Führungszeugnis (nicht älter als 1 Monat), kann direkt von der zuständigen Behörde (i.d.R. Stadtverwaltung) an das jeweiligen Landesverwaltungsamt geschickt werden (Belegart O).
  • aktuelle Bescheinigung über die uneingeschränkte Berechtigung zur Berufsausübung als Arzt/ Ärztin und ggfs. Facharzt/ Fachärztin im Herkunftsland (Lizenz) durch das Gesundheitsministerium und/oder Unbedenklichkeitsbescheinigung der bisher zuständigen Berufsorganisation, z.B. Ärztekammer oder Gesundheitsministerium (Certificate of Good Standing).
  • ärztliche Gesundheitsbescheinigung (nicht älter als 1 Monat) über die körperliche und geistige Eignung des Antragstellers zur Ausübung des Berufes, kann auch im Ausland ausgestellt worden sein.
  • Abschlusszeugnis der Hochschule und ggfs. Zeugnis über die abgelegte praktische Ausbildung.
  • bei Drittstaatsabschlüssen: Liste der Studienfächer mit Angabe der Stundenzahl der absolvierten Fächer in Theorie und Praxis (Anlage zum Diplom).
  • bei Abschlüssen aus der EU, dem EWR und der Schweiz: Konformitätsbescheinigung (Notwendigkeit und Form sollten vorher mit der Approbationsbehörde besprochen werden).
  • Nachweise über weitere berufliche Qualifikationen: Zeugnis über eine abgeschlossene Facharztweiterbildung sowie ggfs. Logbuch (nach Absprache), Zeugnisse über Zusatzqualifizierungen, Arbeitszeugnisse, Zeugnisse über Weiter- und Fortbildungen.
  • In dem Fall, dass Sie sich für eine Gleichwertigkeitsprüfung (Dokumentenprüfung) entscheiden: Personalisiertes Curriculum (Studienbuch) mit Bestätigung (Siegel und Unterschrift) der Universität, dass Sie das Studium nach dem vorliegenden Curriculum absolviert haben und Legalisierungsnachweis der deutschen Auslandsvertretung.
  • Nachweis über die bestandene Fachsprachenprüfung bei der Landesärztekammer (Vorlage spätestens bei Abholung der Berufserlaubnis oder Approbation).