Hospitation:
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und Einstieg in die Stelle

Hospitation als Arzt

Mit einer Hospitation kann man sich einen ersten Einblick über die Arbeitsabläufe verschaffen. Man lernt die potenziellen Kollegen kennen und sieht, welche Anforderungen einen erwarten. In kleineren Krankenhäusern ist man oft mit dem Chefarzt unterwegs und hat so die Möglichkeit, direkt einen Einblick in die Visite zu bekommen. Allerdings muss man sich eventuell auch auf gewisse Fragen gefasst machen. Positiv an kleinen Kliniken ist, dass man sich schnell einen Überblick über das zahlenmäßig eher kleine Kollegium verschaffen kann. So lässt sich relativ schnell feststellen, ob man sich wohlfühlt oder nicht.

Genau dies ist wiederum der Reiz an einem großen Haus. Hier sind oft viele verschiedene Fachbereiche und man kann interdisziplinär Erfahrungen sammeln und kann einen Einblick in die Strukturen von großen Kliniken erhalten. Da es auf der Station in großen Kliniken oft organisierter mit festen Abläufen zugeht kann man hier oft bei der Frühbesprechung teilnehmen und erfährt direkt was an einem Arbeitstag passiert. Es folgt oftmals eine gemeinsame Visite mit dem Chef. Danach erfolgt jedoch gerne mal eine Zuteilung zur Unterstützung oder dem Folgen von Assistenzärzten.

Tipps für die Hospitation

Wenn es zu einer Hospitation kommt forderen Sie als Hospitant aktiv Aufgaben ein und zeigen Sie überdurchschnittliches Engagement. So laufen Sie nicht nur mit den Kollegen mit und sind direkt in die Arbeit und das Kollegium eingebunden für einen besseren Eindruck der Arbeitsabläufe. Bringen Sie nicht nur einen Kittel mit, sondern am besten eine komplette Ausrüstung. Stethoskop, Stifte, Pupillenlampe und Pocketcards sollten nicht fehlen. Fachspezifisch kann es natürlich gerne auch ein Reflexhammer und Stimmgabel für die Neurologie sein. Das zeigt ausserordentliches Engagement. Gehen Sie am besten über den klassischen Small-Talk hinaus. Stellen Sie zum geeigneten Zeitpunkt Fragen und zeigen Sie Interesse für die Tätigkeiten. Was auch gut ankommt: bereiten Sie ein kleines Namensschild vor, das Sie sich ansteckst für die Kollegen, die Sie natürlich noch nicht kennen. Das macht greifbar und sympathisch. Falls es nicht gewünscht ist, kann man es ja einfach in der Tasche lassen.

Hospitation wird in der Regel nicht vergütet

Da die Hospitation einem Praktikum ähnelt, wird sie nicht vergütet. In der Regel handelt es sich auch nur um einen Hospitationstag, den man „verliert“. Anders sieht es aus, wenn man eine mehrwöchige Hospitation ableistet und weisungsgebunden ist. Längere Hospitationen machen in der Regel eher Ärzte aus dem Ausland, die sich auf diese Art und Weise auf die Prüfung zur Anerkennung ihrer ärztlichen Approbation vorbereiten. Allerdings wird man bei einer mehrwöchigen Hospitation nicht nach Tarifvertrag bezahlt, sondern bekommt maximal den Mindestlohn (8,84 Euro die Stunde).

Hospitationen werden oft von den Klinikbetreibern nicht extra ausgeschrieben, das heißt, man bewirbt sich auf eine konkrete Stelle und wird dann im Rahmen des Auswahlverfahrens gefragt, ob man hospitieren möchte. Dabei unterstützen wir die Bewerber, um einen geeigneten Hospitationsplatz zu finden.

Aber auch wenn der Arbeitgeber nicht aktiv nachfragt, kann man das Thema zum Beispiel im Vorstellungsgespräch selbst ansprechen. In der Regel wird das Interesse an einem Hospitationstag von Arbeitgebern positiv bewertet. Es zeigt, dass man es mit der Arbeitgeberwahl ernst meint und später mit Sicherheit eine gewissenhafte Arbeitsweise an den Tag legen wird.

Grundsätzlich gilt: Wenn man das Klinikum und das dort arbeitende Personal nicht kennt, ist eine Hospitation in jedem Fall sinnvoll. Denn während des praktischen Arbeitens erhält man einen authentischeren Einblick in die Abläufe als bei einem Bewerbungsgespräch. Auf der anderen Seite profitiert natürlich auch der Chefarzt vom Kennenlernen, denn er kann nach dem Hospitationstag besser abschätzen, ob man als Persönlichkeit und mit seinem fachlichen Wissen ins Team passt